Köllerbach: KSV verbucht 18:2-Kantersieg beim ASV Hüttigweiler

Wie heißt es im Sport so schön: „Never change a winning team!“ Genau diese alte Weisheit beherzigte Teamleiter Thomas Geid vom Ringer-Bundesligisten KSV Köllerbach, als er am Mittwochabend (02. Oktober) seine sehr gut bestückte Ringer-Truppe in der Sporthalle am Illinger Gymnasium zum Auswärtskampf beim ASV 08 Hüttigweiler auf die Matte schickte. Mit exakt der gleichen Mannschaft, die zum saarländischen Lokalderby gegen Hüttigweiler antrat, hatte der KSV bereits am ersten Kampftag mit einem 16:6-Sieg den Bundesliga-Nachbarn AC „Siegfried“ Heusweiler in die Schranken verwiesen. Und dieses Köllerbacher Erfolgsteam schlug jetzt auch am Mittwoch in Illingen wieder zu. Und zwar wie! Gegen den von Trainer und Mannschaftsführer Christoph Gall gecoachten ASV Hüttigweiler gelangte der KSV Köllerbach zu einem 18:2-Kantersieg. Dieses eindeutige Ergebnis hatte eigentlich keiner der zahlreichen Zuschauer in der Sporthalle am Illinger Gymnasium für möglich gehalten, weil Hüttigweiler durchaus eine attraktive Formation an diesem Abend zur Stelle hatte. Aber der sechsfache deutsche Mannschaftsmeister war bei diesem Bundesliga-Kampf einfach zu stark und gab von Anfang den Ton an. So gewannen die Schützlinge von Teamleiter Thomas Geid acht der zehn Matten-Duelle. Bereits zur Pause – also nach fünf Kämpfen – hatten die Köllerbacher mit 9:1 Punkten die Weichen schon klar auf Sieg gestellt.

In der leichtesten Gewichtsklasse bis 57 kg griff Köllerbach auf seinen zuverlässigen ukrainischen U23-Europameister Andrii Yatsenko zurück, der B-Jugendmeister Robin Schröck in der freien Stilart nicht den Hauch einer Chance ließ. Nach gerade mal zwei Minuten hatte der Ukrainer sich mit 16:0 durchgesetzt, sodass Mattenleiter Uwe Manz (TuS Bönen) dem Köllerbacher Ringer den technisch überlegenen Punktsieg zusprechen konnte. Auch im Greco-Schwergewicht bis 130 kg setzte der KSV mit dem Esten Heiki Nabi auf ein in der Tat gewichtiges Trumpf-Ass. Nabi, der sich bei der Ringer-WM in Nur-Sultan (Kasachstan) die Bronzemedaille gesichert hatte, besiegte Till Bialek vom ASV Hüttigweiler mit 10:0. Der Fairness halber sei erwähnt, dass Bialak als Mittelgewichtler oder Halbschwergewichtler uneigennützig im Dienst des Hüttigweiler Teams in die höchste Gewichtsklasse aufgerückt war. Till Bialek brachte 89 kg auf die Waage, der WM-Dritte Heiki Nabi hatte ein Kampfgewicht von 112,7 kg.

In der Klasse bis 61 kg (griechisch-römische Stilart) stellte der ASV Hüttigweiler mit dem deutschen Ringer-Talent Numan Bayram den Sieger. Er bezwang den dreifachen deutschen Juniorenmeister Steven Ecker vom KSV Köllerbach in einem hochklassigen Kampf mit 5:3 nach Punkten. Auch in der Klasse bis 98 kg (Freistil) bekam das fachkundige Ringer-Publikum in Illingen ein packendes Gefecht zu sehen, als sich die beiden Rumänen Dennis Balaur und die Köllerbacher Neuerwerbung Nicolai Ceban gegenüberstanden. Nach den vollen sechs Kampfminuten hatte dann aber Ceban, der vom ASV Nendingen ins Saarland gefunden hatte, mit 4:2 Punkten die Nase vorn.

Vor der Pause war dann noch die Klasse bis 66 kg an der Reihe, wo es zum Duell der beiden Freistil-Ringer Andrei Dukov (ASV Hüttigweiler) und Valentin Seimetz (KSV Köllerbach) kam. Hier hatte sich Gastgeber Hüttigweiler mit der Neuverpflichtung des rumänischen Spitzenringers Dukov, der auch schon das Trikot des KSV Köllerbach getragen hatte, durchaus etwas ausgerechnet. Doch es kam ganz anders. Hüttigweilers neuer Rumäne lag zwar zunächst vorn, wurde dann aber in den drei Kampfminuten nach der Pause von konditionellen Problemen heimgesucht. Und diese Tatsache nutzte der deutsche Vizemeister Valentin Seimetz vom KSV gnadenlos aus. Fünfzehn Sekunden vor dem Ende der sechsminütigen Kampfzeit riss der Köllerbacher Freistil-Ringer dann im Schlussspurt mit einer herrlichen Vierer-Wertung noch den 6:5-Punktsieg an sich. Im Köllerbacher Lager brach grenzenloser Jubel aus.

In der Klasse bis 86 kg duellierten sich die beiden Greco-Athleten Kevin Gremm (ASV Hüttigweiler) und Pajtim Sefaij (KSV Köllerbach). Es war ein Kampf zweier Trainingspartner, die sich von der Arbeit am Olympia-Stützpunkt Saarbrücken bestens kennen. Doch am Samstagabend war der KSV-Ringer dem deutschen Juniorenmeister Gremm – insbesondere in den zweiten drei Minuten – klar überlegen. So verbuchte Sefaj am Ende schließlich einen 6:0-Punktsieg für sich. In der Klasse bis 71 kg (griechisch-römisch) ruhten die Hoffnungen des ASV Hüttigweiler auf ihrem neuen Polen Roman Pacurkowski, der es mit dem Köllerbacher Marc-Antonio von Tugginer zu tun bekam. Der polnische U23-Junioremeister des Jahres 2017 legte zunächst wie die Feuerwehr los und lag nach drei Minuten schon mit 7:0 vorne. Insbesondere sein Unterachselwurf, der von DRB-Kampfrichterreferent Uwe Manz mit einer Vierer-Wertung belohnt wurde, war sehenswert. Doch nach der Pause drehte sich das Blatt und Marc-Antonio von Tugginer blies zur Aufholjagd. Je mehr dem Polen die Kondition zu schaffen machte, desto mehr machte der Köllerbacher Dampf unter den Kessel. Mit Ach und Krach brachte Pacurkowski schließlich den 8:7-Punktsieg für den ASV Hüttigweiler nach Hause.

In den letzten drei Kämpfen gab es dann aber für die Hausherren nichts mehr zu erben. So behauptete sich zunächst in der Klasse bis 80 kg (Freistil) der Köllerbacher Bulgare Miroslav Kirov mit einem souveränen 9:0-Punktsieg über den Rumänen Alexandru Burca. Kirov entzückte seine Fans insbesondere deshalb, weil er präzise wie ein Schweizer Uhrwerk zu seinen Punkten gelangte. Im neunten Kampf des Abends stand dann in der Klasse bis 75 kg A das immer wieder hochspannende Duell zwischen den beiden Freistil-Assen Mathias Schwarz (Hüttigweiler) und Andry Shyyka (Köllerbach) auf dem Protokoll für Bundesliga-Mannschaftskämpfe. Der amtierende deutsche Einzelmeister Shykka, der auch Freistil-Landestrainer des Saarländischen Ringer-Verbandes (SRV) ist, musste wahrhaftig sein ganzes Können in die Waagschale werfen, um den bärenstarken Mathias Schwarz knapp mit 2:1 nach Punkten niederhalten zu können.

Im zehnten Kampf des Abends kam es zu guter Letzt in der Klasse bis 75 kg B zum Greco-Duell zwischen dem Ex-Köllerbacher Urs von Tugginer, der nunmehr für Hüttigweiler ringt, und dem Köllerbacher Publikumsliebling Timo Badusch, den die Fans mit „El Comandante“ titulieren. Die beiden Ringer, die sich in- und auswendig kennen und privat gute Freunde sind, gingen über die volle Kampfzeit von sechs Minuten. Herr des Geschehens war aber ausschließlich Polizeikommissar Timo Badusch, der nach der Pause sein leidenschaftlich mitgehendes Publikum noch mit seinem Spezialgriff – einem Ausheber mit hoher Amplitude – in Ekstase versetzte. Mattenleiter Uwe Manz, der die Goldene UWW-Pfeife besitzt, bewertete diese Aktion des Köllerbachers Ringers mit einer „Fünf“. Mehr Wertungspunkte kann ein Kampfrichter nun einmal nicht vergeben. Der Kampf der beiden Greco-Athleten endete mit einem 10.0-Punktsieg für Badusch.

Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt dem KSV jetzt allerdings nicht, wartet doch schon am Samstag, 05. Oktober, um 19.30 Uhr in der heimischen Kyllberghalle der nächste Kampftag auf die Köllerbacher. Die Saarländer sind dann Gastgeber der RG Hausen-Zell. Die Truppe aus dem Schwarzwald wird von den Experten als äußerst unangenehmer Gegner eingestuft.

KSV Köllerbach & Klaus Konstroffer