Nürnberg: Endlich der erste Sieg

Grizzlys erzwingen Entscheidung gegen Aue erst im letzten Kampf – fünf Einzelsiege je auf beiden Seiten

Freude bei den Grizzlys nach dem 15:11-Heimsieg über Erzgebirge Aue. Foto: Johannis Grizzlys

Geglückte Heimpremiere für die Johannis Grizzlys in der Ringer-Bundesliga. Nach den beiden sieglosen Auswärtskämpfen in Burghausen (8:20) und Schorndorf (8:15), gelang den Norisstädtern vor den eigenen Fans ein wichtiger 15:11-Erfolg. Insgesamt gingen fünf Einzelkämpfe auf das Konto des Gastgebers. „Ich bin sehr zufrieden. Wir wollten heute unbedingt gewinnen, das haben wir geschafft“, konnte Cheftrainer Matthias Baumeister am Ende richtig durchschnaufen.

Schon vor dem ersten Kampf kamen die Zuschauer und Fans auf ihre Kosten. Die Cheerleader-Gruppe „Blue Diamonds“ stimmte mit ihrer akrobatischen Performance das Publikum ein. Im ersten Duell bis 57 Kilogramm im Freien Stil ging Eigengewächs Daniel Walter mit Übergewicht über die Waage. Said Gazimagomedov machte aber auch kurzen Prozess und siegte vorzeitig auf Schulter. Im Limit bis 130 Kilo feierte Daniel Ligeti seine Premiere in der Grizzly-Arena. Überraschend führte der Legionär gegen den deutschen Spitzenringer Christian John zur Pause mit 5:0-Wertungspunkten. Doch der Auer drehte im zweiten Durchgang das Duell zu seinen Gunsten und gewann deutlich mit 14:5. Keine Probleme hatte Jacopo Sandron (61 kg/Griechisch-Römisch), der gegen den 41-jährigen Pierre Vierling kurzen Prozess machte. Nach 2:03 Minuten gewann der Italiener auf Schulter. Abraham Ruano stand im Halbschwergewicht zum ersten Mal in Nürnberg auf der Matte. Der gebürtige Kubaner, der für Italien startet, führte im Freistil gegen Ilja Matuhin zur Pause mit 6:0-Wertungspunkten. Auch in den zweiten drei Minuten gab er den Ton an und war er fest entschlossen, den Sieg zu holen. Zwei weitere Punkte brachten dem Team drei Mannschaftspunkte. Damit glichen die Grizzlys zum 7:7 aus. Im letzten Kampf vor der Pause sorgte Stoyan Iliev (66 kg/Freistil) mit einem sicheren 6:3-Sieg gegen Philipp Herzog für ein knappes 9:7-Halbzeitergebnis.

Enger Kampfverlauf nach der Pause

Knackpunkt des Kampfes war die Aufstellung von Michael Lutz im Limit bis 86 Kilo im griechisch-römischen Stil. Er stand Björn Schöniger, Trainer der Auer, gegenüber, die wohl in dieser Gewichtsklasse mit Zoltan Levai gerechnet haben. Doch die Rechnung der Sachsen ging nicht auf. Lutz punktete souverän Schöniger aus. Sven Dürmeier (71 kg/Griechisch-Römisch) hatte mit dem Ungarn Mate Krasznai ein starken Gegner vor der Brust. Der 30-jährige Nürnberger machte alles richtig, gab bei der 0:6-Niederlage nur zwei Mannschaftspunkte ab. Die Marschroute ging auf. Pech hatte Eduard Tatarinov. Der Traunsteiner absolvierte auch seinen ersten Heimkampf im Trikot der Grizzlys. Zur Pause lag er gegen Routinier Franco Büttner noch mit 2:0 vorn, ließ er sich in der Folge nach einem offenen Schlagabtausch noch die Butter vom Brot nehmen. Der Auer gewann den Kampf mit 5:5. In den beiden abschließenden Duellen im Weltergewicht lagen die Hausherren nur noch mit 13:10 in Führung. Aushängeschild Tim Stadelmann musste gegen den mehrfachen ungarischen Meister Zsombor Gulyas in der Gewichtsklasse bis 75 Kilo im Freien Stil auf die Matte. Stadelmann versuchte alles, doch mit Ablauf der sechsminütigen Kampfzeit verlor der 24-Jährige auch seinen dritten Kampf in Folge, diesmal mit 1:3-Wertungspunkten. Die Entscheidung musste das finale Duell der Griechisch-Römisch-Spezialisten zwischen den beiden ungarischen Legionären bringen. Zoltan Levai kochte ab und stand Krisztian Jäger gegenüber. Mit 7:1 ließ der Grizzly nichts anbrennen und sorgte somit für den ersten Gesamtsieg der Nürnberger in der noch jungen Bundesliga-Runde. „Die Zuschauer waren richtig gut, haben uns in jedem Kampf nach vorne gepusht. Wir hatten wirklich eine klasse Stimmung in der Halle“, bilanziert Coach Matthias Baumeister.